Erster Muttertagsgottesdienst zog viele Besucher von Nah und Fern an

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Gespannt und erwartungsvoll sah man diesem erstmaligen Ulmer Ereignis entgegen.

Mit dem Herzen gedacht und umsichtig organisiert, hatten die Ulmer Kulturreferenten einen erlebnisreichen  Muttertagssonntag veranstaltet, der möglichst allen Generationsbedürfnissen gerecht werden sollte. Die Gelegenheit, in der Wiblinger Versöhnungskirche einem Festgottesdienst mit siebenbürgischer Liturgie  beizuwohnen, hatten zahlreiche Gäste von nah und fern  wahr genommen: Viele hatten, dem würdigen Anlass gemäß,  ihre schönen siebenbürgischen Trachten angezogen, unter ihnen ganze Familien mit Kindern.

Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass wir in dem amtierenden Ulmer Pfarrer Reinhardt Dück  einen erfahrenen siebenbürgischen Seelsorger gefunden haben, der seine Gemeinde einen feierlichen Abendmahlsgottesdienst erleben ließ.

Als die Glocken läuteten, verstummte das Gemurmel und ich wage zu glauben, dass wie ich einige an den Kirchgang in der alten Heimat dachten. Ich erinnerte mich daran wie die Menschen Sonntag für Sonntag in ihrer schönen Tracht und mit dem Gesangbuch in der Hand zur Kirche gingen. Die jahrhundertealten Kirchen mit dem hohen Gewölbe, der schöne Altar und nicht zuletzt die Kanzel flößten den Menschen die notwendige ehrfurchtsvolle Stimmung ein.

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Ergriffen und innig sang der festlich gewandete siebenbürgische Chor Georg Meyndts Lied „Motterhärz“, einfühlsam und tonschön musizierten die Solisten Johann Konnerth (Trompete) und Tochter Lisa (Flöte), an der Orgel begleitet von Marianne Galbács; so war man auch musikalisch „ aus den eigenen Reihen“ versorgt.

Für den gelungenen Gottesdienst möchte ich mich im Namen aller Besucher bei Herrn Pfarrer Reinhardt Dück bedanken, der uns gekonnt die Bibelworte nach alter Tradition nahe gebracht hat. Er hat es uns ermöglicht, hier in Deutschland einen siebenbürgischen Gottesdienst erleben zu dürfen.

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Anschließend ging man zum geselligen Teil ins Martinusheim hinüber, wo  ein fürstlich bereitetes Mittagsbuffet seine zahlreich eintreffenden Gäste erwartete.

Hervorragend schmeckt auch das vorwiegend traditionelle Gebäck unserer fleißigen Bäckerinnen, denen auch an dieser Stelle herzlicher Dank für die Kuchenspende gebührt. Besonders möchte ich Frau Anna Melas erwähnen, die gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Monika köstliche Hanklich und Nussstriezel gebacken hatten.

Ivonne Fabian aus Munderkingen brachte 200 selbstgebackene Herzchen mit – eine liebevolle Geste-.

Das „ Rotkäppchen“ als Theaterstück in sächsischer Mundart, in Reimform mit Kindern und Jugendlichen aufzuführen, war ein kühnes und in jeder Hinsicht lobenswertes Unterfangen: Gerlinde Konnerth hatte es wunderbar verstanden, ihre Schauspieler zu beflügeln. Die jungen Künstler Melissa Schnabel (De Motter), Lisa Konnerth (det Rotkäppchen), Lukas Gierling (Der Wulf), Patrick Juchum (Der Jajer), Sarah Drotleff  (De Griso), Anika Schnabel, Paul, Phillipp und Elias Plattner, Hanna und Sara Drechsler, Jan und Ralph Melas, (als de Blomenkändj uch Gedärcher am Wåld) spielten ihre Rollen hinreißend!

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Ihr tadelloses Sächsisch begeisterte das Publikum und ließ es auf offener Bühne applaudieren. Nach dem Theaterstück überreichten die Kinder als Dankeschön für ihr Kommen jeder Mutter eine Rose.

Claudia Benkö bedankte sich bei allen Mitwirkenden und kann zu Recht stolz sein auf ihre überaus engagierte, kreative und zuverlässige Mannschaft, die beträchtlichen zum guten Gelingen dieses Beisammenseins beitrug.

Der Auftritt des Liedermachers Hans Seiwerth, einem gebürtigen Hermannstädter, beendete die Veranstaltung. Sein anspruchsvolles Repertoire offenbarte viele Facetten der siebenbürgischen Seele; es war, als spannte er mit seinen Liedern einen geistigen Bilderbogen, der anregte, ansprach und bewegte, in welchem jeder das Seine finden konnte.

Hans Seiwerths mal heiterer, mal besinnlicher Vortrag umfasste neben neuerem Liedgut vertraute Weisen, die zum Mitsingen einluden. Kenner seines Umfeldes erahnten die väterliche Inspirationsquelle, wenn er manche siebenbürgische Rarität zu Gehör brachte.

Euphorisch und reich beschenkt ging man auseinander, mit dem Wunsch, den Muttertag in der Ulmer Gemeinschaft als neue Tradition beizubehalten.

Marianne Galbács

 

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